In diesem Blogpost findest du zu allen 12 Bildern in meinem Bergkalender die Ortsangaben, Wanderungen und kleine Geschichten. Alle Bilder im Kalender sind 2020 entstanden. Auf den Überschriften habe ich euch jeweils den Ort, oder die Wanderungen verlinkt.
Januar – Pragserwildsee

Das erste Bild im Kalender ist am Pragserwildsee im September entstanden, aber für mich vermittelt es so viel Winterstimmung, dass es doch seinen Platz im Januar gefunden hat. Dieser wunderschöne See liegt im schönen Südtirol, von wo ihr noch weitere Bilder im Kalender finden werdet. Na, wer weiß jetzt schon, welche anderen Bild noch aus Südtirol stammen? Leider ist der Pragserwildsee immer sehr überfüllt, man kann es den Leuten auch kaum verübeln bei diesem Anblick. Es gibt aber trotzdem tolle Optionen, bei denen ihr den See bestaunen könnt und den Menschenmassen aus dem Weg geht.
Option 1: Die Route, die die meisten Menschen gehen. Einmal um den See. Dabei leert sich der Weg schon zunehmenend, je weiter man sich vom Parkplatz entfernt.
Option 2: Eine wunderschöne Route auf den Seekofel (2810 m). Bei dieser Wanderung besteigt man einen tollen Gipfel und kann den Pragserwildsee noch von einigen Stationen aus sehen. Außerdem geht man zu Beginn der Wanderung am See entlang.
Kleiner Tipp: Um die hohen Parkgebühren zu umgehen, einfach weiter unten im Dorf parken und zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum See gehen. Mit dem Fahrrad ist man in gut 15 Minuten oben. Die Waden freuen sich, der Geldbeutel aber auch.
Februar – Drei Zinnen

Ich muss zugeben, dass die drei Zinnen ihrem Namen alle Ehre machen. Drei gigantische Felsmassive, die sich aus der Erde bohren. Vor Demut bleibt einem fast der Atem stehen. Wir sind diese Wanderung Ende September gelaufen und wurden mit reichlich Schnee beschenkt. Die Zinnen sind jahreszeitabhängig immer verschieden, von wild und schroff, bis sanft und ruhig ist alles dabei. Wer mag und Zeit hat, kann sich also eine Tour in allen Jahreszeiten auf die To-do Liste schreiben.
Option 1: Wir sind über die Rückseite zum Plateau gelaufen. Man startet an der Fischleinbodenhütte und läuft durch die atemberaubende Südtiroler Berglandschaft. Den ersten Teil haben wir mit dem Mountainbike zurückgelegt, dabei spart man sich einiges an Strecke und Zeit. Auf dem Weg kann man kaum anders, als immer wieder den Rucksack abzusetzten und die Kamera hervorzuholen.
Option 2: Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann von der anderen Seite her eine Bahn nehmen und ungefähr eine Stunde zu den Zinnen gehen.
März – Tannheimertal/Nesselwängle

Die Sterne über dem Tannheimertal. Diesen Sommer haben wir tatsächlich 4 Mal am gleichen Platz geparkt, geschlafen und am Ende sogar noch gearbeitet, da er Kulisse für ein tolles Projekt mit anderen Hochzeitsdienstleistern wurde. Das kleine verschlafene Nesselwängle hat nicht nur einen atemberaubend schönen See, sondern auch gleich zwei tolle Klettersteige und unzählig schöne Wanderungen, gleich hinter der Haus… äh… Vantür natürlich. Dieses Bild entstand an einem gemütlichen Abend im Juli. Fun Fact: Die Lichtquelle, die ihr unten seht, ist eine Person mit einer Kopflampe. Zwei Wochen zuvor haben wir den Berg im Hintergrund über einen Klettersteig bestiegen. Aber auch die Wanderung zum Ersten der zwei Gipfel lohnt sich.
Option 1: Friedberger Klettersteig. Ein einfacher Klettersteig, bei dem man zunächst einen Gipfel erwandert, um von dort aus dann in eine kleine Steigrunde einzusteigen.
Option 2: Klettersteig Köllenspitze. Ein knackiger Steig, bei dem man mit einer Aussicht auf den Friedberg belohnt wird.
Beide Steige sind auf der Überschrift verlinkt.
April – Rosengarten

Oh du wunderschönes Südtirol. Wie gesagt, Südtirol begegnet euch einpaar mal im Kalender. Dieses wunderschöne Massiv ist uns bei einer Wanderung durch den sogenannten Rosengarten. Insgesamt führen 756 Wanderungen, 72 Fernwanderwege und 11 Themenwege durch die Region Rosengarten-Gruppe. Ich habe euch auf der Überschrift einige davon markiert. Welche für euch geeignet ist, dürft ihr euch selbst raussuchen, aber vergesst dabei nicht einen Sonnenuntergang einzuplanen. Denn neben seinen vielfältigen Wanderungen ist der Rosengarten auch für sein abendliches Naturspektakel bekannt, bei dem die Felsmassive in warmen Licht erstrahlen.
Mai – Zürsersee

Eher aus Zufall bin ich diese Wanderung diesen September gelaufen. Eine kurze, aber feine Wanderung, die sich ohne Probleme noch auf einen der umliegenden Gipfel ausweiten lässt. Aber auch der kurze Aufstieg von etwa einer Stunde zum See lohnt sich schon, denn der See liegt vor allem im Herbst ganz ruhig ohne viel Touristen in einer unglaublichen Berglandschaft. Das lädt dazu ein, eine Decke mitzunehmen und einfach nur zu schauen. Die Wanderung ist auch mit Kindern gut machbar oder für Wandereinsteiger.
Tipp: Wenn du sicher zu Fuß bist, nimm eine Kopflampe und warme Kleidung mit und sieh dir in einer klaren Nacht das hell erleuchtete Tal und die Sterne über den Felsspitzen, die sich im See spiegeln, an. Wie immer ist ein Wandertipp oben auf der Überschrift verlinkt.
Juni – Säntis

Das wunderschöne Säntismassiv in der Schweiz. Ich kann euch gar nicht sagen, wie oft ich nun schon dort war, denn von meiner Wahlheimat Konstanz ist es wirklich nur einen Katzensprunge entfernt. Dieses Bild ist spät abends entstanden, wenn das Massiv durch die untergehende Sonne hell erleuchtet wird – fast ein kleiner Rosengarten. Das Bild hat für mich eine besondere Bedeutung, da es bei meinem ersten richtigen Solotrip mit dem großen Camper Henry entstanden ist. Für alle Vaner, man kann super über Nacht am Säntisparkplatz stehen und wacht mit diesem Ausblick auf. Naja, und natürlich den zehn bis zwanzig anderen Campern, die wohl das gleiche denken. Um den Säntis, beziehungsweise die sogenannte Schwägalp, starten viele Wanderung. So kann man, wenn man fit ist, den Säntisgipfel besteigen, oder aber man entscheidet sich für einige der Wege um das Massiv. Beides kann ich euch sehr ans Herz legen.
Ich hab euch die verschiedenen Optionen auf der Überschrift markiert. Zu empfehlen ist die Normalroute zum Säntis über Schwägalp – Tierwis – Säntisgipfel.
Juli – Mindelheimer Klettersteig

Für Kraxler und Langstreckenliebhaber. Wow, hätte ich meinem Wanderpartner an dem Tag erzählt, wie lange die Tour gehen wird, wäre er vermutlich nicht mitgegangen. Aber dann hätte er auch diese Aussicht verpasst. Der Mindelheimerklettersteig ist nicht sehr anspruchsvoll, aber die Länge hat es wirklich in sich. Allein um zum Einstieg zu gelangen, ist man 2-3 Stunden unterwegs und wenn man so über die Bergkämme kraxelt, fragt man sich bei jedem kleinen Gipfel, ob das nun der Letzte war. Am Ende wird man mit dem Gipfel des südlichen Schafalpenkopf belohnt, von welchem man die Mindelheimerhütte, die dem Steig seinen Namen gibt, erkennen kann. Wer da noch Kraft hat, kann einen kleinen Zwischenstopp in der Hütte machen und sich ein Bierchen genehmigen. Denn das hat man sich wirklich verdient. Vorsicht ist hier tatsächlich bei den Wegbeschreibungen, die man so online findet geboten, denn wir mussten feststellen, dass oftmals der Aufstieg bis zum Einstieg in den Steig nicht einberechnet wurde. Wir haben gute 10 Stunden gebraucht und wenn wir nun mal annehmen, dass wir nicht getrödelt haben, haben die meisten Angaben nicht gestimmt. Oder haben wir etwa falsch geparkt und so 2 Stunden drauf geschaufelt? Trotzdem sind die müden Füße es allemal Wert!
August – Auf dem Weg zur Saxerlücke

Mit einer lieben Fotokollegin ging es dieses Jahr in die Schweiz. Die Saxer Lücke sollte es sein. Wenn man den Start der Wanderung gefunden hat, kann es ohne Probleme steil bergauf gehen. Ja, der Weg ist zunächst wirklich nicht einfach zu finden. Unser letztes Kalenderbild ist gar nicht so weit von hier! Falls ihr also von weiter her anfahrt, könnt ihr euch überlegen, die beiden Orte miteinander zu verbinden und gleich ein paar Tage zu bleiben. Die Wanderung habe ich euch auf der Überschrift verlinkt.
Kleiner Tipp: Ihr könnt nach der Kastenbahn, an welcher die meisten parken, noch weiter fahren um direkt am Einstieg der Wanderung zu parken. Fahrt dabei einfach an dem großen Parkplatz der Kirche vorbei, immer weiter, bis die Straße endet. So spart ihr euch einige Meter auf dem Asphalt.
September – Karersee

Der Karersee ist wahrlich kein Geheimtipp. Trotzdem kann man sich auf dem Weg dort hin einige Option aussuchen, die vielleicht doch ein wenig menschenleerer sind. Ich war schon zweimal dort, einmal im Herbst und einmal im Sommer und kann euch sehr den Herbst ans Herz legen. Nicht ohne Grund ist dieses Bild das Titel- und Septemberbild. Für mich strahlt es so viel Ruhe aus und verbindet die Berge mit dem türkisblauen Wasser perfekt.
Wie immer sind auf der Überschrift einige Wanderoptionen verlinkt.
Oktober – der Friedrich August Weg

Der Sachsenkönig Friedrich August III. war ein begeisterter Wanderer und Bergsteiger, zwar noch ohne Daunenjacke und hochtechnischer Ausrüstung, dafür aber auf menschenleeren Wegen. Mal ehrlich, wer wollte damals schon einen Berg hochrennen? Der nach ihm benannte Höhenweg wurde 1911 eröffnet und erfreut sich seither großer Beliebtheit. Die Wanderung von Campitello di Fassa unterhalb der Langkofelgruppe entlang bietet einzigartige Blicke und gerade im Herbst, wenn sich alles verfärbt, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Vielleicht hast du ja Glück, so wie Friedrich August und darfst die Ruhe genießen. Ein kleiner Tipp, um es wahrscheinlicher zu machen ohne andere “Bergwusler” im Popo zu Wandern: Früh aufstehen.
November – Fälensee

Das Novemberbild wurde auch auf der Tour zur Saxerlücke aufgenommen. Auf dem Weg zum Gipfel kommt man an diesem wunderschönen See vorbei und wenn man ganz viel Glück hat und das Wasser ruhig ist, präsentieren sich die Berge im Hintergrund in doppelter Pracht. Die Saxer Lücke liegt zwischen den Kantonen St. Gallen und Appenzell Innerrhoden. Dort gibt es noch unzählige andere Wanderungen, die ich euch gerne mitgeben würde, es aber nicht in den Kalender geschafft haben. Auf der Überschrift verlinkt findest du einige davon. Viel Spaß beim Erkunden des Appenzeller- und St. Galler Kanton.
Dezember – Schneereiche Gipfel in Südtirol

Für das Dezemberbild musst natürlich ein Schneebild her! Mein fester Vorsatz war es ja, alle Bilder in einem Jahr zu machen, also keine Bilder aus Vorjahren zu verwenden. Das gestaltete sich schwerer als gedacht, denn als wir im Frühjahr unterwegs waren, war mal das Wetter zu schlecht für das perfekte Bild, der Schnee schon halb geschmolzen, oder irgendeine andere kleine Sache hat mich gestört (passiert sehr oft, haha). Außerdem musste der Kalender im Oktober das erste Mal in den Probedruck, da blieb nicht viel Zeit für das Warten auf Schnee. In Südtirol hatten wir dann doch das Glück sehr früh viel Schnee zu erwischen und so ist dieses und letzte Bild, wie das erste Bild im Kalender, in Südtirol entstanden. Letzte Woche (Ende November) waren wir im Allgäu und wurden am Schrecksee mit so viel Schnee überrascht, dass es mich ja fast schon gefuchst hat, nicht eines dieser Bilder nehmen zu können. Aber wisst ihr was? 2021 kommt auch bald; hoffentlich mit genauso vielen und abenteuerreichen Bergmomenten für dich und für mich und es wäre doch gelacht, wenn ausnahmsweise dann ein Bild aus 2020 seinen Platz im 2022 Kalender findet.
PS: Auf der Überschrift ist nicht die Wanderung zum Bild verlinkt, da ihr diese auf dem Februarbild findet. Stattdessen habe ich euch die eben genannte Schreckseewanderung verlinkt. Tipp: Mache diese doch im Spätherbst und lass dich von einem ganz besonderen Bergabenteuer überraschen.